Finanzsystem 2017: Droht das böse Erwachen?

Weltwirtschaft steht im Zeichen einer Chaospolitik

Rationales, realwirtschaftliches Denken sowie Handeln haben insbesondere viele sogenannte Finanzexperten verlernt, da sie jahrzehntelang einzig im Sinne einer Hochfinanz agierten, welche lediglich ihre machtpolitischen Interessen um jeden Preis ausbauen wollten. Dass chaotische Politik und Wirtschaft zwar aufeinander angewiesen sind, jedoch vom Grundsatz her niemals zusammen passen, lernt man in Kaufmannsausbildungen bereits im ersten Lehrjahr. Dennoch steht das Finanzsystem 2017 tatsächlich vor einem Crash. Warum?

Von Joachim Sondern

Ganz einfach, die reale leistungsbezogene Wirtschaft lebt von fairen Arbeits- und Handelsbedingungen, welche das langfristige Wohlergehen des Menschen als primären Kalkulationsfaktor berücksichtigen. In der Gewährleistung gewisser Lebensqualitätsstandards liegt der Schlüssel zum Erfolg einer vernünftig funktionierenden Leistungswirtschaft. Was aber, wenn sich Leistung nicht mehr bezahlt macht, Menschen ausgebeutet werden und Politiker alle einst geschaffenen Werte verraten?

Richtig, dann muss der Einzelne immer mehr leisten für immer weniger Sicherheit. Infolgedessen wird das Volk im Gesamten krankheitsanfälliger, da der Reichtum des Establishments innerhalb des Finanzsystems wächst, der schwer arbeitende Bürger davon allerdings keineswegs profitiert, keine lebensqualitativen Vorteile erlangt. Stattdessen steigen die Kosten im Gesundheitswesen vehement. Mitnichten wundersam, schließlich bauen Körper, Geist und Seele eines Menschen massiv ab, sofern dieser trotz Arbeit auf keinerlei Perspektiven blicken kann, sondern kontinuierlich voller Sorgen einschläft.

Folglich erliegen etliche Leistungsträger dem Irrglauben, noch mehr arbeiten zu müssen, um reale Lebenssicherheit aufzubauen. Letztendlich lacht aber nur das Establishment, denn seine „Sklaven“ gehorchen, opfern freiwillig weitere Lebenszeit für fremde Interessen.

Konsequent betrachtet jubeln Konzerne, während das Geschäft mit der Leiharbeit boomt und Mittelstandsunternehmen bitter weinen, obgleich sie eigentlich die menschenwürdigsten Arbeitsplätze schaffen. So sieht es hinter der Fassade eines angeblichen Aufschwungs aus, wie er beispielsweise aktuell deutschlandweit stattfindet. Millionen lassen sich vom Kurzprofit blenden, wollen von einer möglichen Quittung, dem Preis für diesen Scheinaufschwung inmitten der Scheindemokratie, jedoch nichts wissen.

Weshalb auch? Schließlich tragen etliche Bürger Mitschuld am Rückgang realwirtschaftlicher Mittelstandsunternehmen, zerstören somit ihre eigene Berufsvielfalt. Konnten Arbeiter früher wählen, ob sie für Familienbetriebe oder Großunternehmen arbeiten, geht heutzutage überwiegend alles Richtung Konzerne, wodurch wiederum Arbeitnehmer erpressbarer werden. Überdies stützt anscheinend Massenkonsum die Wirtschaft. Gefährlich daran ist, dass unbewusster Konsum getreu dem Motto „Geiz ist geil“ niemals dauerhaft funktionieren kann: Statt zum Elektroniker nebenan, der Von-Mensch-zu-Mensch-Service liefert, bestellen Leute bei Amazon oder anderen großen Onlineanbietern, weil dort die gleiche Ware augenscheinlich billiger angeboten wird. Bewusster, zielorientierter solidarischer Konsum gehört zweifelsohne zum menschlichen Kreislauf, aber keinesfalls jener Massenkonsumzwang. Wirtschaft sollte auf Vielfalt, Individualität aufbauen.

Diverse Medien sprechen vom Wirtschaftsboom, welcher angeblich mittlerweile bald fünf Jahre anhält. Warum müssen dann immer mehr Rentner in Mülltonnen wühlen? Wieso können junge Paare trotzdem keine Familie planen? Warum können viele Menschen vor Kreditsorgen kaum einschlafen? Sieht so ein Wirtschaftsboom gemäß Finanzsystem 2017 aus? Alles basiert auf Schuldgeld, einer Übersteuerung des gesamten Finanzsystems, welches mit neuem Geld von den Notenbanken geflutet wurde und Kapital aus der Not heraus generiert. Fernab diverser Verschuldungssysteme kann keine stabile Wirtschaft heranwachsen. Der sogenannte Boom kann zum Anfang vom Ende gedeihen, denn im Wohlstandsrausch quetschen sie jede bisher gesunde Wirtschaftszelle vollends aus.

Cui bono?

Kommentar verfassen

Verfassen Sie den ersten Kommentar!

avatar
wpDiscuz